FAQs – häufige Fragen

Brauche ich eine Überweisung?

Eine Überweisung ist nicht erforderlich.

Wie funktioniert die Terminvereinbarung?

Bitte vereinbaren Sie Termine telefonisch während der Öffnungszeiten der Praxis. Sofern die Rezeption einmal nicht besetzt sein sollte, haben Sie bitte ein wenig Geduld und versuchen es etwas später erneut. Oder Sie senden uns eine Email mit Ihren Kontaktdaten und wir bieten Ihnen einen Termin an.
Die Durchwahl der Rezeption ist: 0441 76282 – Email: termin@prof-visser.de

Ich habe Angst zum Zahnarzt zu gehen, was kann ich tun?

Viele Parodontitis-Patienten haben durch die Vorgeschichte ihrer Erkrankung Befürchtungen vor zahnärztlichen Behandlungen. Damit gehen wir zugewandt um.
Sprechen Sie Befürchtungen und Ängste im geschützten Rahmen der Behandlung offen an. Die strukturierte Behandlung mit dem schrittweisen Mundhygiene- und Zahnreinigungs-Programm hilft Vertrauen aufzubauen und Hilfe anzunehmen.

Behandlungskosten

Bei gesetzlich Versicherten werden alle Kassenleistungen über die Krankenkasse abgerechnet. Leistungen, die darüber hinausgehen, werden nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) privat berechnet. Dazu gehören z.B.
– Mundhygiene- und Zahnreinigungsprogramme bei Erwachsenen,
– Behandlungsmaßnahmen an Zähnen, die nach den Kassenrichtlinien als nicht erhaltungswürdig eingestuft werden müssen, rein fachlich betrachtet aber noch die Perspektive der Erhaltung bieten, z.B. bei fortgeschrittener Zahnlockerung,
– besondere ästhetische Anforderungen,
– Implantatversorgungen,
– Zuzahlung bei Kompositfüllungen u.s.w.
Derartige Behandlungsmaßnahmen werden vorab mit dem zu erwartenden Kostenrahmen besprochen, für ein Beispiel siehe „Über Parodontologie / Behandlungsablauf / Kostenhinweis für gesetzlich versicherte Patienten“.

Bei privat versicherten Patienten erfolgt die Abrechnung der Leistungen nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ).

Wann zahlt die gesetzliche Krankenversicherung Mundhygiene-Maßnahmen?

Für die Altersgruppe von 6 – 17 Jahren gibt es im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung die sog. Individual-Prophylaxe. Dies ist ein sehr gutes Programm mit halbjährlichen Terminen zur Untersuchung, Mundhygiene-Unterweisung, Zahnpflegemaßnahmen und Fluoridierung. Alle Kinder und Jugendlichen sollten regelmäßig daran teilnehmen.
Nach dem 18. Geburtstag sind Maßnahmen zur Mundhygiene, Zahnpflege und Prävention jedoch keine Kassenleistung mehr.
Einige Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern als Zusatzleistung die teilweise Kostenerstattung für Präventionsmaßnahmen an. So erstattet z.B. die AOK Niedersachen  zweimal pro Jahr gegen Vorlage der Rechnung einen erheblichen Teil der Kosten einer professionellen Zahnreinigung.
Hier gibt es sehr große Unterschiede zwischen den verschieden gesetzlichen Krankenkassen. Bei den Zahnzusatzversicherungen ist es ebenso, einige übernehmen Kosten für Mundhygiene und professionelle Zahnreinigung, andere nicht.

Besteht zwischen PZR und parodontologischer Erhaltungstherapie ein Unterschied?

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) ist eine präventive Maßnahme. Die gründliche Reinigung der Zähne soll die Gebissgesundheit sichern, zugleich hat es einen Wellness-Aspekt. Nach der Entfernung von Tee-, Kaffee- oder Raucherbelägen strahlen die Zähne wieder hell und sehen gut aus. Die PZR ist eine sinnvolle Maßnahme, jedoch bei gutem Gebisszustand nicht zwingend erforderlich.

Die parodontolgische Erhaltungstherapie hat fachlich betrachtet einen vollkommen anderen Hintergrund. Parodontitis ist eine chronische Erkrankung. Ohne konsequente häusliche Mundhygiene in Verbindung mit regelmäßiger Erhaltungstherapie bauen sich die entzündlichen Veränderungen immer wieder auf und der parodontale Knochenabbau schreitet wieder voran. Wer einmal die Diagnose Parodontitis hatte, behält diese ein Leben lang. Bei der Erhaltungstherapie werden Maßnahmen wie bei der PZR durchgeführt, nur gründlicher und intensiver, u. a. mit Politur aller Zahnzwischenräume. Hinzu kommen Mundhygiene-Instruktionen, Kontrolle des Parodontalzustand und Motivation. In Abhängigkeit vom Schweregrad des parodontalen Vorschadens ist typisch ein 3 – 4 monatiger Terminabstand erforderlich, um den Parodontalzustand stabil zu halten. Demgegenüber ist der Terminabstand der einfachen PZR beim gebissgesunden Patienten unkritisch.
Andere Bezeichnungen für die parodontologische Erhaltungstherapie sind „unterstützende Parodontitis Therapie (UPT)“ oder auch „Recall“.

Muss bei fortgeschrittener Parodontitis operiert werden?

Parodontitis ist eine chronische Erkrankung, die die betroffenen Patienten ein Leben lang begleitet. Deshalb stehen Maßnahmen zur Stabilisierung der Situation und zur langfristigen Erhaltung der Gesundheit im Vordergrund. Offen chirurgische Maßnahmen sind bei diesem Behandlungskonzept in der Regel nicht zwingend erforderlich. Bei einem Teil der Fälle können sie eine sehr sinnvolle Behandlungsoption darstellen, sind aber auch dann nur ein Angebot. Konsequente Terminwahrnehmung und Mitarbeit bei der Erhaltungstherapie bringt langfristig am meisten.

Was ist regenerative Parodontalchirurgie?

Bei tiefen vertikalen Knochentaschen und gewissen Formen des interradikulären Knochenabbaus an mehrwurzeligen Zähnen kann mit guter Erfolgsaussicht eine Regeneration des verlorenen Kieferknochens erzielt werden. Wir verwenden dafür das Präparat Emdogain der Fa. Straumann, einen seit vielen Jahren gut untersuchten und dokumentierten Wachstumsfaktor. Das Auffüllen von parodontalen Knochentaschen mit Knochenersatzmaterial hat sich nicht bewährt. Auch die Membran-Techniken sind fachlich nur noch von untergeordnetem Interesse.

Behandeln Sie mit Laser?

In den 1980er bzw. 1990er Jahren wurden Laser in der Zahnheilkunde mit großen Erwartungen und bisweilen auch mit Vorschuss-Lorbeeren bedacht. Doch in diesem Bereich fanden Zahnheilkunde und Physik nicht so recht zueinander. Nach wie vor gibt es keine validen evidenz-basierten klinischen Studien, die einen Nutzen von Lasergeräten für die Parodontalbehandlung belegen. Dies gilt auch für Behandlungsverfahren mit (Laser-) lichtaktivierbaren Farbstoffen. Im Wissenschaftsbereich und auf den großen parodontologischen Tagungen finden Laser kaum noch Interesse. Auch für unser Praxiskonzept ist es kein aktuelles Thema.

Sind ästhetische Probleme nach einer Par-Behandlung zu erwarten?

Durch die Parodontalbehandlung werden die entzündlichen Veränderungen zurückgeführt und das Zahnfleisch strafft sich. Da ein generalisierter horizontaler Knochenabbau nicht rückgängig gemacht werden kann, bleiben aber auch nach erfolgreicher Behandlung teilweise freiliegende Zahnhälse. Für sich betrachtet, bei hochgezogener Lippe und direkt vor dem Spiegel kann man das auch sehen.
Ingesamt führt die Parodontalbehandlung für außenstehende Betrachter jedoch in der Regel zu einer deutlichen ästhetischen Verbesserung: die sauberen Zähne glänzen, das Zahnfleisch sieht blassrosa und vital aus, das sanierte Gebiss gibt Sicherheit und frischer Atem wirkt sympathisch.

Parodontal bedingte Zahnfehlstellungen, z.B. schief stehende Frontzähne, lassen sich mit Schienen, die nachts und in der Freizeit getragen werden, unauffällig und mit überschaubarem Aufwand korrigieren. Wir verwenden dafür das System „aesthetic liner„.

Sind Implantate bei Parodontitis überhaupt möglich?

Bei Vorliegen einer unbehandelten Parodontitis wäre das Setzen von Implantaten mit einem hohen Risiko von Komplikationen oder Mißerfogen verbunden. – Eine aktive Parodontitis ist eine Kontraindikation für das Setzen von Implantaten.

Nach erfolgreicher Parodontalbehandlung sind Implantate in der Mehrzahl der Fälle von Zahnverlust eine sehr gute Behandlungsoption. Das vorgeschädigte Gebiss kann durch Lückenschluss bzw. Pfeilervermehrung stabilisiert werden und die parodontal vorgeschädigte Restbezahnung wird geschont. Herausnehmbarer Zahnersatz kann so in vielen Fällen vermieden werden. Wir bevorzugen für das parodontal vorgeschädigte Gebiss die Systeme Astra Osseo Speed EV sowie Straumann Bone Level.

Parodontitis und Zahnersatz

Wenn Zähne im ästhetisch relevanten Bereich oder im Kauzentrum verloren gehen, sollte Zahnersatz erfolgen. Lücken oder eine verkürzte Zahnreihe vermindern den Kaukomfort und die Stabilität des Gebisses. Im parodontal vorgeschädigten Gebiss bestehen hinsichtlich der Hygienefähigkeit und einer ausgeglichen Belastung besondere Anforderungen an die Planung und Gestaltung von Zahnersatz. Als parodontologische Schwerpunktpraxis sind wir darauf eingestellt. Für Implantat-getragenen Zahnersatz verwenden wir individuell gefräste Aufbauelemente (Atlantis-System, Fa. Dentsply-Sirona), mit denen sich Knochenmangelsituationen gut ausgleichen lassen und die eine besonders gute Pflegbarkeit ermöglichen.

Haben Sie ein Praxis-Labor?

Wir beschäftigen keinen Zahntechniker, sondern geben alle zahntechnischen Arbeiten in ein erfahrenes Meister-Labor vor Ort. Unser Praxis-Konzept ist Parodontologie und Zahnerhaltung. Bei Prothetik-Bedarf steht jederzeit ein sehr gutes Labor für uns bereit. Auch Reparaturen von Zahnersatz können so ganz zeitnah erfolgen.
… und wenn kein Prothetik-Bedarf besteht – umso besser!